2025
Jugendliche wissen theoretisch um Nachhaltigkeit, können dieses Wissen aber nicht in konkrete Handlungen übersetzen – der klassische Attitude-Behavior-Gap. Wir glauben: Handwerkliche
Selbstwirksamkeit ist der Schlüssel zur Überwindung dieses Gaps. Wer mit den eigenen Händen gestaltet, vollzieht einen fundamentalen Wertewandel – von Konsum zu Kreation, von Status durch Marken
zu Status durch eigene Identität.
Aber bevor wir Workshops entwickeln konnten, die das leisten, mussten wir erstmal verstehen, wie Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren wirklich leben, konsumieren und denken. Deshalb haben wir
Play Probes entwickelt: spielerische, ethnographische Werkzeuge, die uns authentische Einblicke in ihre Lebenswelt geben.Diese sind eine Kombination aus Cultural Probes, Tagebuchmethoden und
spielerischen Auslösern, um Freude zu erzeugen und Verspieltheit zu unterstützen. Im Idealfall entsteht ein Flow-Zustand, in dem die Jugendlichen ganz bei sich sind. Durch diese ausdrucksstarken,
spielerischen Formate bekommen wir Zugang zu Aspekten, die in klassischen Interviews oder Umfragen wahrscheinlich verborgen geblieben wären – ihre echten Denkprozesse, Motive, kulturellen
Gewohnheiten und Konsummuster.
Die Idee dahinter: Jugendliche bearbeiten die Playprobes zu Hause, in ihrem eigenen Tempo, ohne dass wir als Forschende daneben sitzen und sie beobachten. Sie entscheiden selbst, wie viel sie
preisgeben möchten. Dieser intime, druckfreie Rahmen war uns wichtig – gerade weil sich Jugendliche in einer kritischen Übergangsphase befinden, in der Fremdbeobachtung schnell hemmend wirken
kann.
Credits | PROJEKTLEITUNG Corinna Mattner, Henriette-Friederike Herm | HOST Maison Shift | GEFÖRDERT durch FUS Future Urban Society, Dossier Nachhaltigkeit Zürcher Hochschule der Künste, InnoSwiss Mantoring Programm, PgB der Zürcher Hochschule der Künste Dossier Nachhaltigkeit und Zürcher Hochschule für Angewandte Wisschenschaften Nachhaltigkeitspsychologie | BERATUNG GRAFIK Kathrin Hofer |
