2025
Von "muss ich" zu "will ich" – HANDS ON macht Jugendliche zu Akteur:innen des Wandels, die ihre Konsumgewohnheiten selbst revolutionieren. Aus Wissen wird Handlung, aus Verzicht wird Empowerment.
Der Wertewandel beginnt mit den eigenen Händen.
Wie wird aus lästiger Pflicht der ultimative Flow?
HANDS ON ist soziale Innovation in Aktion - ein Projekt, das Jugendliche nicht belehrt, sondern ermutigt und bestärkt. Statt Verzicht zu predigen, fördern wir einen Wertewandel: Hier werden neue
Kompetenzen erworben und Verzicht wird zur positiven Handlungsoption durch aktive Partizipation. Corinna Mattner von MAISON SHIFT und Fashion Revolution Schweiz und Henriette-Friederike Herm, Dozentin Trends & Identity an der ZHdK und Designerin,
entwickeln ein kontinuierliches Workshopformat, das für Schulklassen im MAISON SHIFT angeboten werden soll. Mit diesen Workshopformaten werden Jugendliche langfristig ermächtigt, Konsummuster zu
durchbrechen und für Alternativen wie Reparatur und Weiterverwendung begeistert. Ko-kreativ, partizipativ und überraschend anders.
Mit HANDS ON möchten wir Jugendlichen zeigen, dass nachhaltiger Konsum nicht Verzicht bedeutet, sondern neue kreative Wege eröffnet und empowert!
Die Ausgangslage
Generation Alpha wächst in einer Welt auf, in der handwerkliche Kompetenzen systematisch verschwinden. Fast Fashion ist ihre Normalität. Sie wissen theoretisch um Nachhaltigkeit, können
dieses Wissen aber nicht ins Handeln übersetzen – der Attitude-Behavior-Gap.
Warum jetzt?
Die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen machen HANDS ON dringlicher denn je:
Fast Fashion erreicht Höchststand: Der Modekonsum von Jugendlichen steigt kontinuierlich – befeuert durch TikTok, Shein und Ultra-Fast-Fashion. Gleichzeitig verschwindet handwerkliches
Wissen aus Familien und Schulen innerhalb einer Generation.
Kompetenzrückgang: Handwerkliche Fertigkeiten verschwinden durch Zeit- und Dringlichkeitsfaktoren der Konsumkultur. Der ökonomische Vergleich macht es deutlich: Eine Stunde Sockenstopfen versus 9.99 CHF für einen 10er-Pack bei H&M. Materialkunde – im 18./19. Jahrhundert noch essentiell für Qualitätseinschätzung – verschwand komplett aus Schul- und Hochschullehrplänen.
Dritte Orte verschwinden: Kommerzfreie Räume für Jugendliche werden zunehmend verdrängt. Wo früher Jugendtreffs oder Familienbetriebe Kompetenzen vermittelten, herrscht heute Konsumzwang.
Wissen ohne Handeln: Jugendliche sind informiert über Klimakrise und Nachhaltigkeit, aber das Wissen bleibt abstrakt. Die Lücke zwischen "Ich weiss, dass Fast Fashion problematisch ist" und "Ich habe Alternativen" wächst – der Attitude-Behavior-Gap.
Die zentrale Frage
Wie transformieren wir Handlungsunfähigkeit in Selbstwirksamkeit?
Die zentrale These
Handwerkliche Selbstwirksamkeit ist der Schlüssel zur Überwindung des Attitude-Behavior-Gap: Wer mit den eigenen Händen gestaltet, entwickelt nicht nur Fertigkeiten, sondern vollzieht einen
fundamentalen Wertewandel – von Konsum zu Kreation, von Status durch Marken zu Status durch eigene Identität.
Wer mit eigenen Händen gestaltet, vollzieht einen fundamentalen Wertewandel:
Von Konsum → zu Kreation.
Von Status durch Marken → zu Status durch eigene Identität.
Von sofortiger Befriedigung → zu nachhaltigem Stolz auf Selbstgeschaffenes.
Der Ansatz
Über den haptischen Zugang – Denken mit den Händen – stellen Jugendliche diese Zusammenhänge selbst her. Sie erwerben handwerkliche Kompetenzen in Reparatur und Upcycling und erleben
Selbstwirksamkeit durch eigenes kreatives Schaffen.
Ziel
Eine neue Normalität entsteht: Wegwerfen wird uncool. Reparieren und Selbermachen wird zum Motor sozialer Transformation. Zeit, Achtsamkeit und Kreativität werden zur gemeinsamen Care-Arbeit.
Status entsteht nicht durch Neukauf, sondern durch das Können, Dinge am Leben zu erhalten.Wenn Jugendliche erleben, dass Peer-Support stärker ist als Peer-Pressure, wenn Status nicht mehr
durch Marken kommt, sondern durch Können – dann vollzieht sich dieser fundamentale Wandel.
Credits | PROJEKTLEITUNG Corinna Mattner, Henriette-Friederike Herm | HOST Maison Shift | GEFÖRDERT durch FUS Future Urban Society, Dossier Nachhaltigkeit Zürcher Hochschule der Künste, InnoSwiss Mantoring Programm, PgB der Zürcher Hochschule der Künste Dossier Nachhaltigkeit und Zürcher Hochschule für Angewandte Wisschenschaften Nachhaltigkeitspsychologie |
